Asset Tracking neu gedacht: Datenräume statt Datensilos

Asset Tracking über Lieferketten hinweg ist ein hochrelevanter, aber komplexer Anwendungsfall für Industrieunternehmen. Unterschiedliche Systeme, fragmentierte Datenlandschaften und fehlende Schnittstellen erschweren heute die durchgängige Nachverfolgung von Waren und Ladungsträgern. Gemeinsam mit einem Industriekonsortium aus BASF, Henkel und ZF Friedrichshafen haben wir eine zukunftsfähige Lösung realisiert: eine Asset Tracking Plattform (ATP), die Interoperabilität durch semantische Modelle, digitale Zwillinge und Catena-X-Datenräume ermöglicht.

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Die Ausgangslage: Viele Systeme, kein gemeinsames Bild

Im täglichen Austausch von Waren zwischen Unternehmen kommen verschiedenste Tracking- und Logistiklösungen zum Einsatz: klassische Telematik-Systeme, IoT-basierte Asset Tracker, Real-Time Location Systeme oder Supply Chain Management Tools. In großen Unternehmen existieren davon oft mehrere – verteilt über Geschäftsbereiche, Regionen oder Partnernetzwerke.

Daraus folgt, dass Daten oft an mehreren Stellen gepflegt werden oder manuell übertragen werden müssen. Damit der Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen funktioniert, sind individuelle Schnittstellen erforderlich. In der Folge fehlt häufig eine zentrale, systemübergreifende Sicht auf alle relevanten Informationen.

Unsere Kunden: Drei starke Player, eine gemeinsame Vision

Für dieses Projekt haben sich drei Branchengrößen zusammengeschlossen:

  1. BASF ist ein global führender Chemiekonzern und Vorreiter in nachhaltigen Supply Chains.
  2. Henkel ist ein deutsches Unternehmen der Konsumgüter- und Klebstoffindustrie und in 75 Ländern vertreten.
  3. ZF Friedrichshafen ist Technologieführer in der Automobilindustrie mit Fokus auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Der Konzern hat 161 Produktionsstandorte in 30 Ländern.

Trotz unterschiedlicher Märkte einte die Unternehmen ein gemeinsames Ziel: eine zentrale Plattform für den interoperablen Datenaustausch über Unternehmensgrenzen, Systeme und Logistikdienstleister hinweg.

Die Herausforderung: Komplexität, Vielfalt, Koordination

Das Konsortium verfolgte ein ambitioniertes Ziel: Die Entwicklung einer plattformbasierten Lösung für Asset Tracking. Diese sollte:

  • Standardisierte Schnittstellen zu IoT-, Logistik- und Telematiksystemen bereitstellen
  • den Einstieg in Datenökosysteme wie Catena-X oder Chem-X ermöglichen
  • durch semantische Modelle sowie digitale Zwillinge den Datenaustausch harmonisieren

Gleichzeitig war klar, dass die Anforderungen zu Anfang noch nicht einheitlich definiert waren und die Beteiligten mit unterschiedlichen Perspektiven und Erwartungen in das Projekt gingen. Einigkeit herrschte jedoch bei der Entscheidung, eine kosteneffiziente Umsetzung durch Einbindung eines Offshore-Dienstleisters zu realisieren.

Unsere Lösung: Technische Führung, Design-first und schnelle Validierung

Als Possehl Digital Services haben wir das Projekt ganzheitlich begleitet – von der Idee bis zur ersten produktiven Anwendung.

Unsere Leistungen während der Projektlaufzeit:

  • Technische Projektleitung inklusive Steuerung des Offshore-Teams
  • Zentrales Requirements Engineering über alle Stakeholder hinweg
  • Scoping- und Design-Workshops mit starkem Fokus auf Nutzerzentrierung
  • Entwicklung eines MVPs (Minimum Viable Product) mit schneller Prototyp-Erprobung
  • Konzeption einer generischen Integrationsarchitektur
  • Aufbau semantischer Modelle & digitaler Zwillinge auf Basis von Asset Administration Shell (AAS)

Durch einen Design-first-Ansatz konnten wir eine gemeinsame Vision zwischen den Unternehmen schaffen – trotz ihrer unterschiedlichen Prozesse, Systeme und Ziele. Ein früher MVP mit einfacher Scanner-App für Tracking-Tags ermöglichte praxisnahe Tests ohne große Einstiegshürden – ein echter Erfolgstreiber in der agilen Umsetzung.

Das Ergebnis: Eine Datenbrücke über Unternehmensgrenzen hinweg

Mit der ATP entstand eine zukunftsfähige Integrationsplattform, die sich flexibel an bestehende IoT- und Logistiksysteme anbinden lässt. Die Plattform transformiert die eingehenden Daten in semantisch standardisierte, interoperable Modelle und stellt diese über digitale Zwillinge (Digital Twins) in Datenräumen wie Catena-X bereit.

Vorteile für alle Beteiligten:

  • Nahtlose Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen und Unternehmen
  • Eindeutige Datenstrukturen durch semantische Modelle
  • Datensouveränität & Transparenz entlang der gesamten Lieferkette

Zukunftssicherheit durch Anschlussfähigkeit an offene Datenökosysteme

Fazit: Von fragmentierten Systemen zur gemeinsamen Datenbasis

Mit der gemeinsam entwickelten Asset Tracking Plattform haben BASF, Henkel und ZF gezeigt, wie Digitalisierung in der Industrie gelingt – kollaborativ, interoperabel und praxisnah. Für uns bei Possehl Digital Services ist das Projekt ein Paradebeispiel für erfolgreiche Plattformarchitektur im Kontext von Industrie 4.0, IoT und Data Spaces.

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