Wie ZF Friedrichshafen seine Prüfprozesse neu denkt
Prüfsysteme sind das Rückgrat industrieller Qualitätssicherung. Gleichzeitig können sie Unternehmen aber auch ausbremsen, wenn sie auf alten Technologien basieren. Bei ZF Friedrichshafen stand deshalb ein radikales Update an.
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Prüfsysteme sind das Rückgrat industrieller Qualitätssicherung. Gleichzeitig können sie Unternehmen aber auch ausbremsen, wenn sie auf alten Technologien basieren. Bei ZF Friedrichshafen, einem der weltweit führenden Anbieter von Antriebs- und Fahrwerktechnologien, stand deshalb ein radikales Update an: Die Modernisierung der Automatisierungssoftware für Prüfsysteme.
Gemeinsam mit uns entstand daraus eine zukunftsweisende Lösung, die alte Strukturen ersetzt und gleichzeitig die Basis für datengetriebene Innovationen legt.
Tradition trifft auf Transformation
ZF Friedrichshafen steht wie kaum ein anderes Industrieunternehmen für Ingenieurskunst und Präzision. Doch in einer Welt, in der Software zur entscheidenden Komponente industrieller Prozesse wird, braucht selbst ein Global Player neue Ansätze.
Das Ziel war klar: Ein modulares, servicebasiertes System, das flexibel auf neue Anforderungen reagieren kann, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.
Über 500 produktive Installationen weltweit mussten schrittweise ersetzt werden, ein Unterfangen, das Präzision, Planung und technologische Weitsicht erforderte.
Architektur trifft auf Agilität
Anstatt ein monolithisches System auf einmal zu ersetzen, entschieden sich die Projektteams für einen anderen Ansatz: Im Zentrum steht ein neu entwickeltes Datenmanagementmodul, das als Knotenpunkt zwischen allen Systemkomponenten fungiert.
Hier werden Daten standardisiert, geprüft und für Machine-Learning-Modelle aufbereitet, die im Prüfprozess eingesetzt werden. Die Architektur folgt konsequent den Prinzipien von Microservices, was eine einfache Skalierung und spätere Cloud-Integration erlaubt.
Effizienz durch Technologie
„Build Less, Deliver More“ – dieses Motto zog sich durch alle Phasen der Entwicklung. Statt Funktionen doppelt zu entwickeln, wurden Open-Source-Technologien, bewährte Frameworks und APIs genutzt, um das System schlank und performant zu halten.
Python bildete dabei die Grundlage: Mit asynchronen Frameworks, IPython und NumPy entstand ein stabiles Fundament für datenintensive Anwendungen.
Durch Test-driven Development (TDD) und automatisierte Code-Reviews wurde eine hohe Softwarequalität sichergestellt, noch bevor die ersten Module produktiv gingen. Die Einführung von DevSecOps-Prozessen sorgte außerdem für eine nahtlose Verzahnung von Entwicklung, Sicherheit und Betrieb – ein wichtiger Schritt für die Nachhaltigkeit der Lösung.
Zusammenarbeit, die Wirkung zeigt
Das Projekt wurde in einem offenen, agilen Prozess umgesetzt. Entwicklerinnen, Datenarchitekten und Fachspezialisten arbeiteten in kurzen Iterationen. So brachte jede Version sichtbare Fortschritte. ZF konnte dadurch schnell interne Learnings auf andere Softwareprojekte übertragen, insbesondere bei Themen wie Datenpipelines und API-Governance.
„Das umfangreiche Know-how und die langjährige Erfahrung der Possehl Digital Services hat maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung des Projekts beigetragen. Possehl Digital Services ist ein starker Partner, den wir seit Langem schätzen und auf den wir auch in Zukunft weiter setzen werden.“, freut sich Johannes Weinberger, Project Manager bei ZF.
Mehr als Software: ein Kulturwandel
Das Projekt ist mehr als ein technisches Upgrade: Es zeigt, wie etablierte Industrieunternehmen ihre Innovationsfähigkeit erhalten können, indem sie große, gewachsene Systeme schrittweise in moderne und serviceorientierte Architekturen überführen. Für ZF bedeutet das Projekt einen wichtigen Schritt in Richtung datengetriebener Produktentwicklung, bei der Prüfprozesse und Produktionsdaten enger zusammenfließen.